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Teamsupervision, Teamentwicklung oder Teammediation?

Welches Format braucht Ihr Team wirklich?

„Wir brauchen eine Teamsupervision.“
Mit diesem Wunsch beginnen viele Anfragen von Organisationen. Dahinter steht die berechtigte Hoffnung, eine schwierige Situation möglichst schnell zu verbessern.
Aus systemischer Sicht beginnt gute Prozessbegleitung jedoch an einer anderen Stelle, und zwar nicht mit der Entscheidung für ein bestimmtes Format, sondern mit der gemeinsamen Klärung des Anliegens. Denn bevor entschieden werden kann, wie gearbeitet wird, muss zunächst verstanden werden, woran gearbeitet werden soll.

Die Auftragsklärung kann bereits den Blick auf das Problem verändern

In der systemischen Beratung gilt die Auftragsklärung nicht als organisatorisches Vorgespräch, sondern als eigenständiger Prozessschritt. Denn Probleme sind selten so eindeutig, wie sie auf den ersten Blick erscheinen.
Der Organisationsberater Fritz B. Simon definiert Probleme als Beschreibungen von Wirklichkeit. Je nachdem, wer auf eine Situation schaut, entstehen unterschiedliche Erklärungen, und demzufolge auch unterschiedliche Vorstellungen davon, was eigentlich verändert werden sollte.
Deshalb beginnt eine Auftragsklärung nicht mit Antworten, sondern mit Fragen:

  • Was genau ist der Anlass?
  • Wer erlebt das Problem – und wie unterschiedlich wird es beschrieben?
  • Was soll sich nach der Zusammenarbeit konkret verändert haben?
  • Wer sollte an der Lösung beteiligt sein?
  • Woran würden die Beteiligten erkennen, dass der Prozess erfolgreich war?


Nicht selten verändert bereits dieses Gespräch den Blick auf das Anliegen. Was zunächst als Kommunikationsproblem beschrieben wird, erweist sich vielleicht als ungeklärte Führungsrolle. Hinter einem scheinbaren Teamkonflikt stehen möglicherweise widersprüchliche Erwartungen oder strukturelle Veränderungen.

Das Format folgt dem Anliegen

Erst wenn das Anliegen klarer geworden ist, lässt sich entscheiden, welche Form der Begleitung sinnvoll ist.
Geht es vor allem darum, Belastungen, Rollen oder Dynamiken zu reflektieren, bietet eine Teamsupervision den geeigneten Rahmen.
Steht die Weiterentwicklung der Zusammenarbeit im Mittelpunkt, etwa durch Rollenklärung, gemeinsame Ziele oder verbindliche Vereinbarungen, spricht vieles für eine Teamentwicklung.
Sind Konflikte bereits verhärtet und Gespräche kaum noch möglich, kann eine Teammediation der passende Weg sein.
Und manchmal zeigt sich bereits während der Auftragsklärung, dass zunächst gar nicht das gesamte Team Unterstützung braucht. Wenn Führungsrolle, Entscheidungsverantwortung oder organisatorische Veränderungen im Vordergrund stehen, kann ein Führungskräfte-Coaching der sinnvollere erste Schritt sein.
In der Praxis gehen diese Formate häufig ineinander über. Veränderungsprozesse verlaufen selten linear. Oft entwickelt sich der passende Prozess erst im gemeinsamen Arbeiten.

Fazit

Systemische Prozessbegleitung beginnt deshalb  mit der Auswahl einer Methode, sondern mit dem gemeinsamen Verstehen der Situation. Manchmal verändert sich dadurch nicht nur die Antwort, sondern bereits die Frage.

Reflexionsfragen für Ihre nächste Auftragsklärung

  • Welches Anliegen möchten wir eigentlich bearbeiten, und wer beschreibt es?
  • Welche anderen Erklärungen für die Situation könnten ebenso plausibel sein?
  • Haben wir bereits über das passende Format entschieden, bevor wir das Anliegen wirklich verstanden haben?


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